Schützengilde Rapen von 1804 e.V.

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Umpfarrungen der Katholiken

Bereits gesagt wurde, dass die Bauerschaft Rapen früher ausnahmslos katholisch war und zum Kirchspiel Datteln gehörte. Das heißt, man ging an Sonn- und Feiertagen nach St. Amandus, Datteln zur Messfeier. Taufen, Vermählungen und Beerdigungen fanden in Datteln statt.Das änderte sich im Juli 1899. Damals wurde Rapen nach Horneburg umgepfarrt. Eine zweite Änderung gab es im Jahr 1911, als die 1908 in Erkenschwick gegründet Gemeinde St. Josef selbständige Pfarre wurde. Ihr schlug man Teile Rapens zu. Die Ostgrenze der neuen Gemeinde verlief am Steinrapener Weg entlang von Schulte Hubbert bis zur Karlstraße und umfasste das Schulgrundstück. Die Grenze folgte dann der Karlstraße und der Pflaumenallee. Auch das Hofgelände der Dillenburg bis zur Holtgade kam damals zur Gemeinde St. Josef.

Rapen war also seit 1911 kirchlich zweigeteilt. Die Krikedill mit allen anderen Flächen östlich des Steinrapener Weges und südlich der Karlstraße gehörten weiterhin zur Horneburger Pfarrei St.Maria-Magdalena. Die Situation war in der Folgezeit für beide Teile Rapens recht kurios. Ältere Rapener wissen noch zu berichten, dass alle Toten von der südlichen Straßenseite des Kolven in Horneburg beerdigt wurden, und die von der anderen Straßenseite in Erkenschwick. Dadurch, dass die Schulen im Gebiet von St. Josef lagen, mussten alle katholischen Rapener Kinder nach St. Josef zur ersten hl. Kommunion und zur Schulmesse. Das galt auch für die katholischen Kinder, die kirchlich zur Horneburger Pfarre gehörten. Sonntag nachmittags mussten diese aber nach Horneburg zur Christenlehre.
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Evangelische Christen
Mit der Bautätigkeit nach 1900 und der damit verbundenen Bevölkerungsvermehrung änderte sich das bisherige religiöse Gefüge. Neuzugezogene evangelische Christen in beachtlicher Zahl wollten hinfort mit Recht ihre Religion in einer eigenen Gemeinde ausüben. Seit 1908 besteht mit St. Johannes eine evangelische Gemeinde in Erkenschwick, zu der auch die Rapener Protestanten gehören.
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Katholische Kirche wird gebaut
Um auch für Rapen natürliche Seelsorgverhältnisse zu schaffen, begann man bereits 1920 auf den Bau einer katholischen Kirche in Rapen hinzuwirken. Eine schriftliche Anfrage des Generalvikars vom 6. März 1930 scheint das zu bestätigen. 1950 entstand dann in Rapen ein Kirchbauverein, dessen Mitglieder ab Januar 1951 fleißig für den Neubau Geld sammelten. Auf der Gründungsversammlung am 3. Adventsonntag 1950 wurden darauf hingewiesen, "dass die wachsende Seelennot und die Verwahrlosung der Jugendlichen den Ortsteil Rapen dazu zwinge, den Gedanken aufzugreifen, ein eigenes Gotteshaus zu errichten". Vorsitzende des Kirchbauvereins waren Obersteiger a. D. Bruno Alt sen. bis 1956, Lehrer Wilhelm Heimann bis zu seinem Tode am 15. September 1962 und danach Landwirt Bernhard Notarp sen.. Zwischen 1954 und 1960 veranstaltete der Kirchbauverein unter Mitwirkung der ganzen Rapener Bevölkerung sogenannte "Waldfeste" in Hübners Busch, deren Reinerlöse für den Kirchbau bestimmt war. Ab 1955 erwarb man Grundstücke von den Landwirten Notarp und Jeismann und von anderen Anliegern. Der erste Spatenstich erfolgte am 10. Mai, die Grundsteinlegung am 7. September 1962. Ein Jahr später, am 29. September 1963, konnten die 4 Glocken geweiht und im Turm montiert werden. Bruno Alt jun. hatte sie mit seinem LKW aus Bochum geholt. Die große Glocke ist auf Jesus Christus, die folgenden sind auf die hl. Gottesmutter Maria, den hl. Josef und den hl. Ludgerus geweiht worden. In den Altar der neuen Kirche ließ man Reliquien der hl. Ursula und der hl. Faustina ein.




Kirche

Die katholische Kirche St. Marien wurde am 15. Dezember 1963 eingeweiht



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Nach 820 Jahren eine eigene Kirche
Am 15. Dezember 1963 kam Bischof Josef Höffner mit seinem Kaplan Reinhard Lettmann (jetzt Bischof Reinhard von Münster) zur Einweihung der neuen St. Marien-Kirche nach Rapen. Mit ihrem hohen Turm ist sie seitdem ein unübersehbares Wahrzeichen. Mehr als 820 Jahre waren seit der ersten Nennung der historischen Bauerschaft Rapen vergangen. Nun erst hatte man eine eigene katholische Kirche.

Am 15. Januar 1965 erhielt St. Marien die Rechte einer Pfarrei. Josef Frieling wurde der erste Pfarrer von Rapen. Er starb plötzlich am 4. September 1974. In Rapen hat er bleibende Spuren hinterlassen, weil er während seiner Amtszeit einen zweiten Rapener Mittelpunkt neben den Schulen aufbaute. Ihm folgte Pfarrer Bernhard Liesner, der vom 24. Oktober 1974 an bis auf den heutigen Tag Seelsorger der Rapener Katholiken ist. Er ist ökumenisch eingestellt und gibt auch evangelischen Christen eine Heimstatt in St. Marien. In den bald 20 Jahren seines Hierseins hat er als Seelsorger und als Pfarrer in der Kirche und im Pfarrheim für alle Gruppierungen Rapens, seien es Jugendliche oder Alte, Katholiken oder Mitglieder anderer Konfessionen, für Neuankömmlinge oder Alteingesessene und für alle Benachteiligten eine Heimstatt und einen Begenungsort geschaffen.

Am Schluss des Berichtes über St. Marien sollten wir uns nochmals an all jene erinnern, die einen Beitrag zum Bau der Kirche und zur Einrichtung der Gemeinde geleistet haben. Viele erbrachten ihren Teil, auch in den Nachbargemeinden, vor allen Dingen in St. Josef. Pfarrer Ludger Hartmer (*9.12.1899 +17.7.1986) von St. Josef war Bauherr von St. Marien. Denken wir dankend an ihn und die anderen vielen ungenannten Helfer und Spender, die dazu beitrugen, dass auch in Rapen täglich Glocken läuten, und dass wir eine "Kirche im Dorf" haben.
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Andere christliche Glaubensgemeinschaften
Christen, die sich nicht zu den beiden großen Volkskirchen zählen, müssen außerhalb Rapens ihre Versammlungsstätten aufsuchen. Eine Ausnahme machen hier die Zeugen Jehovas, welche schon seit 1950 einen eigenen Gemeindesaal an der Wittlohstraße besitzen.
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Moslemische Glaubensgemeinschaft
Zuerst in kleiner Zahl, dann aber verstärkt, zogen türkische Arbeiter, meist im Bergbau beschäftigt, mit ihren Familien nach Rapen. Im Bereich Berg-, Waldstraße, Holtgarde wohnen viele von ihnen schon seit über zehn Jahren. Sie gehören ausnahmslos dem moslemischen Glauben an. Aus eigener Kraft haben sie inzwischen drei Versammlungsstätten eingerichtet. Diese befinden sich an der Klein-Erkenschwicker-Straße 233 im früheren Friseurgeschäft Röthig, an der Holtgarde 9 in der vormaligen Gaststätte Tillmann und an der Werderstraße im gewesenen Lokal "Zum Eisernen Heinrich" Chodan.
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Schulen
Schon im Jahre 1754 war in der Bauerschaft Bockum ein Eremit als Lehrer beschäftigt. Die Schule wurde von den Bockumern selbst unterhalten. Inwieweit Rapener Kinder von Beginn an diese Schule besuchten, ist nicht klar. Später aber, als die Schulpflicht in Preußen eingeführt worden war, gingen die Kinder aus dem nördlichen Bereich Rapens in diese Schule. Der südliche Teil Rapens gehörte zum Schulbezirk Horneburg.
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Erste Schule an der Wrangelstraße
Ab Ostern 1905 unterrichtete Clemens Höppe 73 Kinder der neuerrichteten Rapener Volksschule in einer Klasse. Die Schule befand sich in 2 gemieteten Räumen des Hauses von Adolf Effmann an der Wrangelstraße, später Konsum-Lebensmittelgeschäft, heute ma-cherie-Bar, Im Buschkamp Nr. 2. Bereits am 3. Dezember 1906 konnten Lehrer und Schüler ein neuerrichtetes Schulgebäude an der Wiesmannstraße beziehen (bis 1992 Friedr.-Fröbel-Schule an gleicher Stelle). Kinder beider großen Konfessionen wurden hier unterrichtet bis im Jahre 1915 die katholische Volksschule Rapen fertiggestellt worden war. Nun hatten beide Konfessionen eigene Schulgebäude.

Die Erkenschwicker Schule (die katholische) an der Schultenstraße legte man 1935 mit der katholischen Schule Rapen zu einem katholischen Schulsystem in zwei voneinander getrennten Gebäuden zusammen. Die evangelische Schule Rapen blieb weiterhin eigenständig.

1939 kam schon die nächste Reform. Es wurde die deutsche Volksschule eingeführt. Die Verbindung zur Ewaldschule hatte ein Ende und die beiden Rapener Schulen bildeten für nahezu acht Jahre eine Gemeinschaftsschule. Es war die Rapener Schule, in der die konfessionelle Trennung nicht mehr bestand.

Kollegium der Rapener Schulen


?, Frl. Schmitz, Frl. Schäfers, Herr Quinkenstein, ?, ?, Frl. Pieper, Herr Sandhofe, Herr Bleckmann (stehend v.l.); Herr Hoffknecht, Frl. Beckerling, Herr Höppe, Frl. Reinhold, Herr Warnecke (sitzend v.l.)



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Zerstörung der Schulen
Am 4. Dezember 1944 war der Schulunterricht kriegsbedingt ausgesetzt worden. 42 Tage später, am 15. Januar 1945 beim großen Bombenangriff, erlitten beide Schulen zerstörende Volltreffer. Erst ab Februar 1946 konnten die oberen Jahrgänge als Gäste in der Westerbachschule unterrichtet werden. Die unteren 4 Jahrgänge erhielten ab Ostern 1946 Unterricht in einer Baracke. Diese war dort, wo jetzt die Clemens-Höppe-Schule steht. Die Baracke befand sich in einem äußerst miserablen Zustand. Jeder Raum hatte außer der dürftigen Schul-Einrichtung einen Koksofen.

Allerdings war im Winter 1946/47 die Koksversorgung nicht immer optimal. Es konnte deshalb aus der Not heraus passieren, dass Jungen der vierten Klasse Heizmaterial organisieren mussten. Mit einer Karre besorgten sie dann Koks von dem Lagerplatz an der Zechenbahn hinter der Gaststätte Tillmann. Heute würde jeder sagen: "Die haben Koks geklaut." Damals nannte man so etwas fringsen. Der Kölner Erzbischof Josef Frings hatte in Predigten darauf hingewiesen, dass es kein Verbrechen sei, wenn man Kohlen klaue, um sich zu wärmen.

Katholische Schule ca. 1935

Hier steht heute die Turnhalle.

Evangelische Schule ca. 1935

Hier ist heute der DRK-Kindergarten untergebracht


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Wiederaufbau
Nach einer Elternbefragung im Herbst 1946 führte man zu Ostern 1947 wieder die Bekenntnisschule ein. Ein Jahr später, zu Ostern 1948, war der Wiederaufbau der evangelischen Schule Rapen beendet. Beide Schulsysteme unterrichteten dort in der Folge unter sehr ungünstigen Raumverhältnissen in 8 Räumen. Durch Schichtunterricht meisterte man die schwierige Situation. Am 17. Oktober 1951 wurde der Neubau der katholischen Clemens-Höppe-Schule am Steinrapener Weg bezugsfertig.
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Und so ging es weiter mit Rapens Schulen
In der renovierten evangelischen Schule konnte ab dem 22. Dezember 1953 wieder Unterricht stattfinden. Am 18. Dezember 1956 bekam sie den Namen Albert-Schweitzer-Schule. Noch einmal entstand große Raumnot, als die Clemens-Höppe-Schule zwischen 1961 und 1964 geschlossen werden musste. Die Bickefelder Störung hatte zur Absenkung des Gebäudemittelteils geführt. Eine komplizierte Sanierung, der Einbau beweglicher Stahlfundamente auf Hydraulikpressen, war erforderlich. Am 1. Dezember 1966 wandelte man die evangelische Albert-Schweitzer-Schule in eine Gemeinschaftsschule um. Die Albert-Schweitzer-Gemeinschaftsschule und die katholische Clemens-Höppe-Schule wurden am 1. August 1968 zur Clemens-Höppe-Gemeinschaftsgrundschule vereinigt. Vom gleichen Tage an bis zum 25. Oktober 1992 unterrichtete die Friedrich-Fröbel-Sonderschule im Gebäude der vormaligen Albert-Schweitzer-Schule, in welcher sie vorher bereits Gast war. Inzwischen hat 1992 auch dieses Schulsystem Rapen verlassen und ein neues Gebäude am Hallenbad in Erkenschwick bezogen. Letztlich ist noch anzumerken, dass 1970 an der Stelle, wo 1945 die erste katholische Schule Rapen durch Bomben zerstört worden war, eine Turnhalle entstand.
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Kindergärten
Anfang Juni 1958 konnte der katholische Kindergarten am Steinrapener Weg eröffnet werden. Zuerst wurden dort ca. 60 Kinder im Vorschulalter von Schwester Bernadilla und Christel Wesselbaum betreut. Inzwischen hat sich der Kindergarten vergrößert. Es werden zusätzlich Vorschulkurse angeboten, die gerade auch den türkischen Jugendlichen helfen, sich sprachlich auf die Grundschule vorzubereiten.

Im Jahre 1997 öffnete ein zweiter Rapener Kindergarten seine Pforten. Er entstand im Gebäude der früheren evangelischen Rapener Schule und wird vom Deutschen Roten Kreuz betrieben.
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Freiwillige Feuerwehr und Fußballclub
Die Freiwillige Feuerwehr Rapen entstand nach dem Brand des Stegemannschen Gehöftes (Rapen Nr. 1) im Januar 1924. Inzwischen hat sie unter Leitung ihres langjährigen Löschzugführers Clemens Bergmann ein Gerätehaus mit Vereinsheim auf dem Schulhof neben der Turnhalle errichtet.

Seit 1926 gibt es einen Fußballclub. Sein Gründungsname war Schwarz-Weiß Rapen. Von 1929 bis 1932 nannten sich die Kicker Sportverein Rapen, dann von 1933 bis 1948 VFL Rapen. Weil damals der Sportplatz an der Wittekindstraße als Baugelände an Dammann verkauft worden war und der Verein in Erkenschwick spielen musste, gab man sich den Namen FC 26 Erkenschwick. Walter Nilius, seit vielen Jahren Motor des inzwischen beachtlich großen Vereins mit angeschlossener Handballabteilung und anerkannter Jugendarbeit, hat am Steinrapener Weg in zäher Arbeit mit seinen Getreuen ein Sportzentrum aufgebaut. Zuerst spielte man jedoch, wie bereits erwähnt, auf dem Platz an der Wittekindstraße (frühere Sandkuhle). Viele ältere Rapener erinnern sich noch daran. Dort fanden auch bis zum zweiten Weltkrieg die meisten Rapener Schützenfeste statt. Am 24. Juni 1966 konnte der neue Sportplatz am Steinrapener Weg eingeweiht werden.
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Rapen, heute und morgen
Rapen ist heute ein wichtiger Teil der Stadt Oer-Erkenschwick. Seine reiche Geschichte kann der jetzigen und allen zukünftigen Generationen Rapens Selbstbewusstsein und Zuversicht geben. Rapen ist der innovative und gewerbestarke Stadtteil, den unsere Stadt braucht, um sich zu erneuern, damit zukünftige Aufgaben gemeistert werden und die Menschen auskömmlich und zufrieden hier leben können.
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